Freitag, 11. September 2009

Redbull Airrace - Porto | Die Entdeckung

„Das ist nicht ihr Ernst, oder? Ist das DEIN Ernst?“

Prima.
Ganz toll.
Das ist doch jetzt alles nicht wahr. Wir haben hier ganze 3,5 Tage in Porto und das erste, was wir sehen ist nichts. Ja NICHTS, wegen Bodennebel. Anfangs ein wenig geschockt, schnappten wir unser Gepäck und gingen Richtung Ausgang. Draußen vor dem Flughafen angekommen machten wir die erste Entdeckung an diesem Tag. Wir sahen die Metro-Station, leider auf der anderen Straßenseite, die nicht so aussah, als wäre sie einfach zu erreichen. Aber wir waren ja nicht umsonst furchtlose mit viel Gepäck bepackte Entdecker-Frauen. Also machten wir uns auf die Suche nach dem Eingang, Zugang, Aufgang zur Metro. Piktogramm sei Dank (kleine Bilder, die sofort erkennen lassen, um was es geht: Beispiel: Toilettentür Männer / Frauen). Wir fanden die Treppe und standen sogleich auch vor dem Ticketautomaten. Die Geschichte mit den Fahrkarten dauerte aufgrund einiger Sprachhürden doch ein wenig länger, aber mit ein bisschen Hilfe hatten wir das auch geschafft. Für 1,95€ kamen wir vom Flughafen zur Metrostation Lape. Nein, das ist nicht sonderlich interessant, aber für die weitere Story unheimlich wichtig.
Wir fuhren und fuhren und fuhren und wieder einmal wurde mir bewusst, dass Porto doch irgendwie nichts Schönes hatte. Jedenfalls noch nicht. Wir sahen viele und ich meine WIRKLICH VIELE Stromleitungen. An dieser Stelle geht wieder ein Gruß an unsere lieben Kollegen nach Potsdam. *wink*
Wieder einmal aus dem Trott gerissen wurde auch irgendwann unsere Haltestelle angesagt. Los geht’s, raus hier.
Ja, schöner Mist. Und nun? Wo geht’s lang? Mit einem kleinen Stadtplan ausgestattet und der ungefähren Richtung im Kopf zogen wir los. Mit Sporttasche und Trolli liefen wir die gepflasterte Straße entlang. Wer jetzt noch nicht wusste, dass wir da sind, würde es nun hören.
Relativ früh haben wir auch rausgefunden, dass wir einfach mal schnurstracks in die falsche Richtung gelaufen sind. Guuuuuut, wir haben ja noch den ganzen Tag Zeit, unser Hotel zu finden. Entdecker olé.
Zum Glück sind nur Minuten vergangen und die Straße war auch zu Ende. Wir kamen an einer Ampel an und sahen dahinter einen großen parkähnlichen Platz. Yeah, das war er, der Platz der Republik. Also muss doch irgendwo….AAAAAH, unser Hotel. Hm, sieht klein aus, aber hat was. Das Residencial Rex befand sich direkt 7m neben uns.
Also dann mal rein in die gute Stube. Nur zur kleinen Info. Nach diesem Marsch war uns warm, denn trotz Nebel hatten wir ca. 22 Grad. Die junge Frau an der Rezeption begrüßte uns und wollte Namen wissen. Dann kam die Nachricht, die wir schon irgendwie erwartet hatten. (Uhrzeit: 10.07Uhr). „Die Zimmer sind leider noch nicht fertig, vielleicht können Sie sich noch ein wenig umschauen. Sagen wir gegen 13Uhr?“ Na das klang annehmbar. Die Taschen ließen wir im Hotel und dann zogen wir los. Schließlich wollten wir ein wenig die Stadt entdecken (auch für mich zu Fuß eine ganz neue Erfahrung) und runter zum Fluss laufen. Wer hätte gedacht, dass Porto doch ein bisschen groß ist. Man man man. Was sind wir gelaufen in der Zeit. Unten am Douro angekommen, sahen wir auch schon die ersten Werbestände für das Redbull Airrace und freuten uns, wie die Schneekönige.
Das wird ein Spaß. Definitiv. Zwischendurch haben wir auch eine Kleinigkeit gegessen (Toasta mista, wat sonst?!). Die Zeit verging relativ schnell und wir machten uns wieder auf den Weg zu unserem Hotel. Es war kurz nach eins, als wir wieder vor der netten Dame standen. Zu unserem Entsetzen sagte sie, die Putzfrau sei noch nicht in unserem Zimmer angekommen. Sie wollte uns mit einer Stunde vertrösten. Dann mussten wir doofen Deutschen sie dann doch mal daraufhin hinweisen, dass wir seit ca. 4Uhr des vorigen Tages wach sind und dementsprechend gern mal duschen würden. Ihr ahnt nicht, wie schnell die Zeit verging. Dani und ich machten es uns gerade gemütlich auf der Fernsehcouch, als aus 60 Minuten plötzlich nur 6 wurden und das Zimmer fertig war. Etwas komisch guckten wir uns schon an, waren aber dennoch sehr froh über die Wende.
Unser Zimmer ist eher klein, ein Doppelbett stand an der einen Seite, ein kleiner Tisch vor einem Spiegel und dem Schrank auf der anderen Seite. Irgendwo war dann doch noch Platz für die Badtür, welche doch fast so groß war, wie das ganze Zimmer. Aber hey, für 4 Tage ist das für uns zwei Mädels völlig in Ordnung. Wenigstens haben wir ein eigenes Bad.
Nach dem Duschen ging es für uns wieder auf die Piste. Bei einer Touristeninformation haben wir in Erfahrung bringen können, welcher Bus, wann und wo Richtung Angeiras fährt. Ja, wir wollten in mein kleines Fischerdörfchen, um zu sehen, was sich verändert hat (oder hoffentlich nicht). Anscheinend gab es in ganz Porto nur eine Haltestelle, wo der besagte Bus abfuhr.
Wir haben es trotz Zweifel geschafft. Eine Stunde (!) sind wir mit dem Bus unterwegs gewesen. Von Porto nach Angeiras für 1,40€. Mit jedem neuen Landschaftswechsel, der an uns vorüberzog, schlug mein Herz schneller. Dann sah ich die ersten bekannten Häuser in Matosinhos. Und dann kamen sie, die kleinen weißen kargen Gebäude von Angeiras. Im Nebel sah alles blasser und lang nicht so schön aus, wie ich es in Erinnerung hatte.
Wir machten uns auf den Weg zum Café, doch vom weiten bekam ich Zweifel, ob das Haus überhaupt noch steht, denn irgendwie wurde etwas abgerissen. Erst als ich Paula und Marta in dem kleinen Eckhaus sitzen sah, wusste ich, was anders war. Das Café der Familie Jovem war nicht mehr blau, sondern rosa. *hust* Naja, ein jeder weiß, wie sehr ich diesen Farbton liebe. Die strahlenden Gesichter der beiden war jedoch Grund genug sofort in das Café zu stürmen und sie freudig zu umarmen. Der ganze Raum wirkte irgendwie kleiner, aber eigentlich hatte sich hier so rein gar nichts verändert.
Marta, Dani und ich sind dann runter zum Meer. Der Atlantik war eigentlich kalt, aber durch den Nebel erschien das Wasser wohl sehr warm. Zumindest Dani ließ sich nicht davon abbringen, die Temperatur mit den Füßen zu testen, um dann fröhlich im Wasser umherzuwandern. Die Möwen wenige Meter entfernt ließen sich kaum davon beeindrucken. Doch mehr als ein paar Meter konnte man von hier aus nicht gucken.
Dani und ich liefen noch ein bisschen durch die Straßen, schließlich wollte ich ihr alle Häuser zeigen, in denen wir während der Ausbildung gewohnt hatten. Dann kam die eine kleine wichtige Straße, die uns direkt wieder zum Receitas führte. Ich sagte noch, sie solle einfach weitergehen, dann wird uns nichts passieren, doch zu früh gefreut. In diesem Moment kamen zwei Autos um die Ecke gebogen, in dem alte Bekannte aus dem Restaurant drinsaßen. Angeiras ist zwar ein Fischerdorf, was sich seinen Charme bewahrt hatte, doch diese Info brauchte nur zwei Minuten, um im Receitas anzukommen. Dani und ich waren zum Glück schon ein paar Meter weiter weg, doch Fatima kam rausgestürmt und rief nach uns. In diesem Moment dachte ich mir, dass jetzt einfach nicht der richtige Zeitpunkt ist, um meiner Kollegin einen wichtigen Teil meiner Vergangenheit vorzustellen. Es wäre zu kompliziert gewesen und außerdem war unser Plan in Portugal ein ganz anderer – das Redbull Airrace.
Auch zurück fuhren wir mit dem Bus, wieder eine Stunde, aber diesmal empfand ich es als entspannend. Nicht zu vergessen der kleine Marsch von der Haltestelle zu unserem Hotel. Für diesen Tag eindeutig verdammt viel Bewegung, doch da wir für morgen fit sein mussten, waren wir gegen halb neun auch schon im Bett verschwunden.

Redbull Airrace - Porto | Die Anreise Teil2

„Morgens um 5Uhr, Eier und Speck? Na klar“

… um halb vier war die Nacht für uns beide auch vorbei, denn um vier begann der alltägliche Trubel am Flughafen. Die anderen Reisenden wurden von den Ladentoren weggeschoben und auch wir mussten uns einen anderen Platz suchen. Müde, aber amüsiert beobachteten wir die Kellnerin beim Aufbau der Gaststätteneinrichtung. Um fünf konnten wir dann auch endlich unser Gepäck wegbringen und in Ruhe frühstücken. Schööööön, das hatte echt was. Okay, es war MEINE normale Zeit, aber Dani war anzusehen, dass sie die nächste Möglichkeit zum Schlafen herbeisehnt.

In der Boardingzone war es voll, verdammt sehr unglaublich VOLL. Irgendwie mussten sich die Entwickler bei den Raummaßen der Halle geirrt haben. Uns brachte es nicht von unserem Vorhaben ab, auch bei diesem Flug erfolgreich einen Fensterplatz zu ergattern. Jaaaa, wenn es die vielen Leute nicht taten, dann wurden wir spätestens am Boarding-Schalter schnell von unserem Plan abgebracht. Das Stichwort hieß „Priority Boarding“. Ein Hinweis an alle Kollegen: „Nein, nicht was ihr denkt, bitte nicht gleich heulend auf den Boden werfen.“ WIR gehörten nicht zu den privilegierten Passagieren, die das Flugzeug als erstes besteigen durften. Aber auch diesmal hielt uns das Gummiband nicht von unserem Ziel ab.

KLICK, KLICK. Super, wir saßen, angeschnallt und …. Nein, diesmal mit weniger Aufregung, aber viel mehr Müdigkeit. Wir verschliefen fast den Start und anschließend vertrieb sich ein jeder die Zeit mit Lesen und Schlafen abwechselnd. Nach einer gefühlten halben Stunde (2,5 h später) befanden wir uns auch diesmal im Landeanflug, aber diesmal auf Porto.

Die Aufregung war nun doch spürbar. Doch leider sahen wir weder den Ozean, noch den Douro. Grund war die Wolkendecke, die anscheinend über der Stadt lag. Aber HEY, so war das nicht ausgemacht. Geplant und klamottentechnisch von uns eingepackt waren 30 Grad und Sonnenschein. Viel schlimmer wurde die Landung, als wir langsam durch die Wolken flogen… und flogen…und flogen…und flogen.

Argh, was war das denn? DIE LANDEBAAAAAAAHN! Wir sind nicht durch die Wolken geflogen, sondern durch den dichten Nebel. Nein, das ist kein Scherz. Nebel in Porto. Dani, ich präsentiere dir das schönste Land in Europa, heute nicht von der allerbesten Seite. =(

Aber das Wetter konnte uns natürlich nicht davon abhalten, dennoch auszusteigen und uns das Dilemma genauer anzusehen. Keine Frage, der Nebel war echt, aber es war ja mit 08.50Uhr noch früh am Tage.

Donnerstag, 10. September 2009

Redbull Airrace - Porto | Die Anreise Teil1

„Wir können ja im Flieger schlafen“

Heute war es soweit. Meine Kollegin und mich trieb es heute noch mal zur Arbeit, bevor wir endlich in unser wohlverdientes verlängertes Wochenende starten konnten. Pünktlich um drei war Feierabend und wir trafen uns voller Aufregung und Nervosität abends am Schönefelder Flughafen wieder.
Um 21.30Uhr sollte der Flieger Richtung Frankfurt / Hahn gehen. Warum wir abends fliegen? Um am nächsten Tag gleich den ersten Flug nach Porto zu nehmen, ganz einfach. Doch so einfach war das alles nicht wirklich.
Ich musste feststellen, dass es anstrengend sein kann, eine Raucherin zum Check-In zu bewegen. Zwei Stunden warten war nicht Danis Ding, am Ende waren wir dennoch sehr zufrieden, als die restlichen Passagiere immer noch in der Boardingzone von Ryanair standen. Die Billigflieger erkennt man keineswegs am niedrigen Preis, nein, man erkennt sie erst, wenn man ins Flugzeug möchte. Sitzplatzreservierungen sind out, Schnelligkeit und Siegeswillen ist gefragt, wenn man auf das Feld in Richtung Flugzeug läuft.
Jaaaaaa, wir waren die Besten, die Schnellsten, die Unglaublichsten – naja zumindest haben wir die Sitzplätze bekommen, die wir wollten. Einen Fenster- und einen Mittelplatz. JIPPPPPIIIIH! Die Aufregung stieg und beim ersten Start in das Urlaubswochenende überfiel uns dann aber auch die erste Müdigkeit des Tages.
Lange Zeit zum Schlafen blieb nicht, denn nur 45 Minuten später waren wir schon im Landeanflug auf Frankfurt/Hahn und verdammt war das kalt dort. Der Nieselregen machte unseren ersten Zwischenstopp nicht wirklich angenehm, doch zum Glück fanden wir noch eine Kleinigkeit zu essen, bevor wir es uns in der Halle gemütlich machten. Ja, ihr lest richtig. Geld ist kostbar in diesen Zeiten, also entschieden wir uns, die Nacht auf dem Flughafen zu verbringen, wie einige andere Reisende auch.
Dani und ich haben es uns auf den Bänken einer kleinen Gaststätte gemütlich gemacht. Diese hatte natürlich nachts um halb zwölf schon zu, doch leider befand sich direkt daneben der Ausgang der ankommenden Fluggäste. Am Anzeigedisplay konnten wir ablesen, dass der Lärm bis um zwölf anhalten wird, also hieß es erstmal gemütlich lesen. Schließlich hatten wir uns gewappnet für eine lange Nacht ohne Schlaf...

Sonntag, 6. September 2009

Peter for president

Unglaublich, einfach unglaublich.

Heute war es endlich soweit. Nachdem meine Mutter und ich erfahren hatten, dass Peter Maffay und Band am heutigen Tag in Salzgitter bei einer Wahlveranstaltung auftreten würden, haben wir nicht gezögert und uns Karten besorgt.

Gegen halb drei sind wir gemütlich losgefahren, denn eilig hatten wir es nicht. Zwei Stunden später hatten wir auch einen super Parkplatz bekommen und waren auf dem Weg zur Eissporthalle Salzgitter. Kaum drinnen angekommen trennten sich unsere Wege, weil ich mir den Weg nach vorn freikämpfen wollte. Also kämpfen ist übertrieben, schließlich standen alle Anwesenden recht entspannt in der Gegend rum. Auf Anhieb kam ich in die 5. Reihe, natürlich zur linken Seite der Bühne, wo sonst.

Nach ewig (ha, wie passend) langem Stehen tat sich auf der Bühne endlich was und die verantwortlichen Politiker kamen gemeinsam mit Peter Maffay auf die Bühne. Komisch, bei Peter feierte die Halle. Sie waren gnädig, anders kann man es nicht sagen. Die Unterhaltung handelte von den Kindern in Deutschland, die unter Armut leiden und dass man dies ändern muss. Natürlich muss man *kopfschüttel* ... die Frage ist wie. Aber gut, nach knapp 45 Minuten ging es los. Der eigentliche Grund, weshalb wir hierher gekommen sind und damit standen meine Mom und ich nicht allein da.

Die Jungs auf der Bühne legten los und machten Stimmung für die 4000 Zuschauer in der Halle. Es war wie immer super gewesen, doch etwas war anders. Es war nicht die typische Konzertatmosphäre, nein, das Publikum hier war anders - eben nicht alles nur Maffay-Fans.

Ich kann sagen, für den Preis war das Konzert mehr als überragend genial gewesen. Mir kam es so vor, als wäre das letzte Konzert schon eine Ewigkeit (da war es wieder) her, denn manchmal hatte ich Schwierigkeiten, die Lieder zu erkennen, weil alle super waren.

In der Aufregung habe ich gar nicht auf die Uhr geguckt, wann das Konzert zu Ende war, doch es war auch nicht so wichtig. Es war mehr als wir erwartet hatten. Da machte es auch nichts, dass der Stau bis zur Hauptstraße unendlich lang schien. Wir waren sogar noch vor Mitternacht zu Hause, was für mich bedeutet, dass ich morgen früh ohne Probleme um 4 aufstehen und arbeiten gehen kann.

Also bis zum nächsten Mal und gute Nacht.