„Das ist nicht ihr Ernst, oder? Ist das DEIN Ernst?“
Prima.
Ganz toll.
Das ist doch jetzt alles nicht wahr. Wir haben hier ganze 3,5 Tage in Porto und das erste, was wir sehen ist nichts. Ja NICHTS, wegen Bodennebel. Anfangs ein wenig geschockt, schnappten wir unser Gepäck und gingen Richtung Ausgang. Draußen vor dem Flughafen angekommen machten wir die erste Entdeckung an diesem Tag. Wir sahen die Metro-Station, leider auf der anderen Straßenseite, die nicht so aussah, als wäre sie einfach zu erreichen. Aber wir waren ja nicht umsonst furchtlose mit viel Gepäck bepackte Entdecker-Frauen. Also machten wir uns auf die Suche nach dem Eingang, Zugang, Aufgang zur Metro. Piktogramm sei Dank (kleine Bilder, die sofort erkennen lassen, um was es geht: Beispiel: Toilettentür Männer / Frauen). Wir fanden die Treppe und standen sogleich auch vor dem Ticketautomaten. Die Geschichte mit den Fahrkarten dauerte aufgrund einiger Sprachhürden doch ein wenig länger, aber mit ein bisschen Hilfe hatten wir das auch geschafft. Für 1,95€ kamen wir vom Flughafen zur Metrostation Lape. Nein, das ist nicht sonderlich interessant, aber für die weitere Story unheimlich wichtig.
Wir fuhren und fuhren und fuhren und wieder einmal wurde mir bewusst, dass Porto doch irgendwie nichts Schönes hatte. Jedenfalls noch nicht. Wir sahen viele und ich meine WIRKLICH VIELE Stromleitungen. An dieser Stelle geht wieder ein Gruß an unsere lieben Kollegen nach Potsdam. *wink*
Wieder einmal aus dem Trott gerissen wurde auch irgendwann unsere Haltestelle angesagt. Los geht’s, raus hier.
Ja, schöner Mist. Und nun? Wo geht’s lang? Mit einem kleinen Stadtplan ausgestattet und der ungefähren Richtung im Kopf zogen wir los. Mit Sporttasche und Trolli liefen wir die gepflasterte Straße entlang. Wer jetzt noch nicht wusste, dass wir da sind, würde es nun hören.
Relativ früh haben wir auch rausgefunden, dass wir einfach mal schnurstracks in die falsche Richtung gelaufen sind. Guuuuuut, wir haben ja noch den ganzen Tag Zeit, unser Hotel zu finden. Entdecker olé.
Zum Glück sind nur Minuten vergangen und die Straße war auch zu Ende. Wir kamen an einer Ampel an und sahen dahinter einen großen parkähnlichen Platz. Yeah, das war er, der Platz der Republik. Also muss doch irgendwo….AAAAAH, unser Hotel. Hm, sieht klein aus, aber hat was. Das Residencial Rex befand sich direkt 7m neben uns.
Also dann mal rein in die gute Stube. Nur zur kleinen Info. Nach diesem Marsch war uns warm, denn trotz Nebel hatten wir ca. 22 Grad. Die junge Frau an der Rezeption begrüßte uns und wollte Namen wissen. Dann kam die Nachricht, die wir schon irgendwie erwartet hatten. (Uhrzeit: 10.07Uhr). „Die Zimmer sind leider noch nicht fertig, vielleicht können Sie sich noch ein wenig umschauen. Sagen wir gegen 13Uhr?“ Na das klang annehmbar. Die Taschen ließen wir im Hotel und dann zogen wir los. Schließlich wollten wir ein wenig die Stadt entdecken (auch für mich zu Fuß eine ganz neue Erfahrung) und runter zum Fluss laufen. Wer hätte gedacht, dass Porto doch ein bisschen groß ist. Man man man. Was sind wir gelaufen in der Zeit. Unten am Douro angekommen, sahen wir auch schon die ersten Werbestände für das Redbull Airrace und freuten uns, wie die Schneekönige.
Das wird ein Spaß. Definitiv. Zwischendurch haben wir auch eine Kleinigkeit gegessen (Toasta mista, wat sonst?!). Die Zeit verging relativ schnell und wir machten uns wieder auf den Weg zu unserem Hotel. Es war kurz nach eins, als wir wieder vor der netten Dame standen. Zu unserem Entsetzen sagte sie, die Putzfrau sei noch nicht in unserem Zimmer angekommen. Sie wollte uns mit einer Stunde vertrösten. Dann mussten wir doofen Deutschen sie dann doch mal daraufhin hinweisen, dass wir seit ca. 4Uhr des vorigen Tages wach sind und dementsprechend gern mal duschen würden. Ihr ahnt nicht, wie schnell die Zeit verging. Dani und ich machten es uns gerade gemütlich auf der Fernsehcouch, als aus 60 Minuten plötzlich nur 6 wurden und das Zimmer fertig war. Etwas komisch guckten wir uns schon an, waren aber dennoch sehr froh über die Wende.
Unser Zimmer ist eher klein, ein Doppelbett stand an der einen Seite, ein kleiner Tisch vor einem Spiegel und dem Schrank auf der anderen Seite. Irgendwo war dann doch noch Platz für die Badtür, welche doch fast so groß war, wie das ganze Zimmer. Aber hey, für 4 Tage ist das für uns zwei Mädels völlig in Ordnung. Wenigstens haben wir ein eigenes Bad.
Nach dem Duschen ging es für uns wieder auf die Piste. Bei einer Touristeninformation haben wir in Erfahrung bringen können, welcher Bus, wann und wo Richtung Angeiras fährt. Ja, wir wollten in mein kleines Fischerdörfchen, um zu sehen, was sich verändert hat (oder hoffentlich nicht). Anscheinend gab es in ganz Porto nur eine Haltestelle, wo der besagte Bus abfuhr.
Wir haben es trotz Zweifel geschafft. Eine Stunde (!) sind wir mit dem Bus unterwegs gewesen. Von Porto nach Angeiras für 1,40€. Mit jedem neuen Landschaftswechsel, der an uns vorüberzog, schlug mein Herz schneller. Dann sah ich die ersten bekannten Häuser in Matosinhos. Und dann kamen sie, die kleinen weißen kargen Gebäude von Angeiras. Im Nebel sah alles blasser und lang nicht so schön aus, wie ich es in Erinnerung hatte.
Wir machten uns auf den Weg zum Café, doch vom weiten bekam ich Zweifel, ob das Haus überhaupt noch steht, denn irgendwie wurde etwas abgerissen. Erst als ich Paula und Marta in dem kleinen Eckhaus sitzen sah, wusste ich, was anders war. Das Café der Familie Jovem war nicht mehr blau, sondern rosa. *hust* Naja, ein jeder weiß, wie sehr ich diesen Farbton liebe. Die strahlenden Gesichter der beiden war jedoch Grund genug sofort in das Café zu stürmen und sie freudig zu umarmen. Der ganze Raum wirkte irgendwie kleiner, aber eigentlich hatte sich hier so rein gar nichts verändert.
Marta, Dani und ich sind dann runter zum Meer. Der Atlantik war eigentlich kalt, aber durch den Nebel erschien das Wasser wohl sehr warm. Zumindest Dani ließ sich nicht davon abbringen, die Temperatur mit den Füßen zu testen, um dann fröhlich im Wasser umherzuwandern. Die Möwen wenige Meter entfernt ließen sich kaum davon beeindrucken. Doch mehr als ein paar Meter konnte man von hier aus nicht gucken.
Dani und ich liefen noch ein bisschen durch die Straßen, schließlich wollte ich ihr alle Häuser zeigen, in denen wir während der Ausbildung gewohnt hatten. Dann kam die eine kleine wichtige Straße, die uns direkt wieder zum Receitas führte. Ich sagte noch, sie solle einfach weitergehen, dann wird uns nichts passieren, doch zu früh gefreut. In diesem Moment kamen zwei Autos um die Ecke gebogen, in dem alte Bekannte aus dem Restaurant drinsaßen. Angeiras ist zwar ein Fischerdorf, was sich seinen Charme bewahrt hatte, doch diese Info brauchte nur zwei Minuten, um im Receitas anzukommen. Dani und ich waren zum Glück schon ein paar Meter weiter weg, doch Fatima kam rausgestürmt und rief nach uns. In diesem Moment dachte ich mir, dass jetzt einfach nicht der richtige Zeitpunkt ist, um meiner Kollegin einen wichtigen Teil meiner Vergangenheit vorzustellen. Es wäre zu kompliziert gewesen und außerdem war unser Plan in Portugal ein ganz anderer – das Redbull Airrace.
Auch zurück fuhren wir mit dem Bus, wieder eine Stunde, aber diesmal empfand ich es als entspannend. Nicht zu vergessen der kleine Marsch von der Haltestelle zu unserem Hotel. Für diesen Tag eindeutig verdammt viel Bewegung, doch da wir für morgen fit sein mussten, waren wir gegen halb neun auch schon im Bett verschwunden.
2 Kommentare:
Wo bleibt der Rest des Berichts, das war doch noch nich alles. Kommen auch noch Fotos? Zeigen, zeigen, zeigen.
Bilder und der Rest kommen natürlich noch. Werde mich morgen darum kümmern, das wird der Knaller!!!
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